Otto der Grosse und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter

Die Schirmherrschaft über die Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2012 hat der Präsident des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Norbert Lammert übernommen:

"Aufstieg und Fall von Imperien faszinieren die Menschen seit jeher. Die Landesausstellung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zeichnet die ebenso spannungsreiche wie wirkmächtige Ideengeschichte eines Kaisertums nach, das sich über 1000 Jahre hinweg auf Rom berief. Die Darstellung von der Antike bis ins Mittelalter führt zu geistigen Wurzeln und kulturellen Ausprägungen, die Grundfeste unserer heutigen europäischen Zivilisation bilden. Als Schirmherr danke ich allen, die zum Gelingen dieser bemerkenswerten Schau beitragen und wünsche ihr viel Erfolg."

Über das Kaisertum in der Antike und im Mittelalter

Mittelalterspezialist Prof. Dr. Stefan Weinfurter und Altertumsforscher Prof. Dr. Hartmut Leppin im Gespräch.

News

10. 12. 2012

Magdeburger Ausstellungs-Trilogie zu Otto dem Großen vollendet

Von 2001 bis 2012 hat das Kulturhistorische Museum Magdeburg in einem Zyklus von drei Großausstellungen die Person Ottos des Großen in die deutsche und europäische Geschichte eingeordnet. Zusammen mit den Europaratsausstellungen „Magdeburg und Europa“ 2001 und „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ 2006 hat die diesjährige Schau „Otto der Große und das Römische Reich“ insgesamt über 650.000 Besucher nach Magdeburg gelockt.

„Eine derartige Beleuchtung eines Themas und einer Person in den verschiedenen Facetten, die die Geschichte einer Stadt und einer Region in ihren europäischen Kontext von der Antike bis zur Neuzeit stellt, ist meines Wissens in der Museumsgeschichte einzigartig“, sagte Dr. Gabriele Köster, Projektleiterin und Kuratorin der Landesausstellung. Die Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“ widmete sich im diesjährigen Jubiläumsjahr Ottos des Großen der faszinierenden Entwicklung des europäischen Kaisertums: von Augustus über Konstantin den Großen, Karl den Großen und Byzanz bis hin zu den Herrschern der Ottonen. Gezeigt wurden rund 350 überaus hochkarätige Exponate aus 17 Ländern in Europa und aus Übersee, so aus Rom, Paris, Moskau, Athen, Helsinki und Los Angeles.

Mit rund 1,7 Millionen Euro war die Landeshauptstadt Magdeburg der finanzstärkste Träger der Ausstellung, gefolgt vom Land Sachsen-Anhalt mit 660.000 Euro. Die Hauptförderer, darunter die Ostdeutsche Sparkassenstiftung zusammen mit der Stadtsparkasse Magdeburg, die Kulturstiftung der Länder, die Kloster Bergesche Stiftung, die Ernst von Siemens Kulturstiftung und Lotto-Sachsen Anhalt, stellten insgesamt rund 650.000 Euro für die große Landesausstellung im Kaiser-Otto-Jahr bereit. Erstmals war das 2010 gegründete Zentrum für Mittelalterausstellungen als Kooperationspartner des Kulturhistorischen Museums Magdeburg intensiv an den Vorbereitungen beteiligt, das auch in Zukunft an der Wiederherstellung historischer Identität im heutigen Land Sachsen-Anhalt beitragen wird. "Das Denken in Netzwerken, die universitäre Forschung, angewandte Wissenschaft im Museum und Kulturarbeit an bedeutenden Erinnerungsorten im ländlichen Raum miteinander verbinden, bringt eine neue Qualität hervor, die das Bewusstsein, Sachsen-Anhalt als eine historisch äußerst wichtige Region in Europa wahrzunehmen, nach innen und außen verstärken wird. Insofern weist die Gründung des Zentrums für Mittelalterausstellungen in die richtige Richtung“, bemerkt Prof. Dr. Matthias Puhle, langjähriger Direktor des Kulturhistorischen Museums Magdeburg und seit kurzem Abteilungsleiter Kultur im Kultusministerium von Sachsen-Anhalt.

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg und die Partner der Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2012 gaben am heutigen Tag die Zahlen und Ergebnisse zur dritten großen Otto-Schau bekannt. Die Auswertung der Besucherzahlen zur Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“, die vom 27. August bis 9. Dezember 2012 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zu sehen war, liegt nun vor. Insgesamt haben 106.444 Besucherinnen und Besucher aus Deutschland und dem Ausland die rund 100 Tage dauernde Schau im Jubiläumsjahr Kaiser Ottos des Großen gesehen. Etwa ein Drittel der Besucher kamen aus Sachsen-Anhalt, zwei Drittel reisten von weither an. Mit jeweils etwa 10 Prozent waren Sachsen und Nordrhein-Westfalen Spitzenreiter unter den Gästen. Aus dem internationalen Ausland sahen vor allem Besucher aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Polen und Tschechien, aber auch aus Brasilien, Indien, Russland, der Ukraine, Japan, Kanada und den USA die Landesausstellung in Magdeburg.

Insgesamt wurden über 1.000 Gruppenführungen und öffentliche Führungen durchgeführt. An dem historischen Spiel „Ein Handelsplatz reisender Kaufleute wird Kaiserstadt“ (10./11. Jahrhundert) in der Spielstadt „Megedeborch“ und dem museumspädagogischen Programm für Schüler verschiedener Altersstufen konnten mehr als 5.500 Schüler teilnehmen. In der Kinderbetreuung „Kaiserliche Kinderstube“ wurden mehr als 650 Kinder betreut. An ausgegebenen Audioguideführungen für Erwachsene, Kinder und in englischsprachiger Ausführung wurden mehr als 28.000 verzeichnet. Von dem im Verlag Schnell & Steiner erschienenen Katalog wurden während der Ausstellungslaufzeit im Museum mehr als 5.000 Exemplare verkauft, vom wissenschaftlichen Begleitband „Kaisertum im ersten Jahrtausend“ mehr als 1.000 Exemplare und vom Kurzführer mehr als 7.000 Exemplare.

Außergewöhnlich groß war das Medienecho zu der Landesausstellung. 3.165 Berichte konnten bisher in den regionalen und überregionalen Medien gezählt werden. „Das sind großartige Ergebnisse, die uns und das gesamte Ausstellungsteam sehr stolz machen“, so Gabriele Köster. „Besonders freut uns, dass uns Wissenschaftler unterschiedlicher Fachgebiete sagten, dass die gemeinsame Schau auf Antike und Mittelalter neue Impulse gibt“, so Köster.

Auch die kulturtouristischen Partner der Landesausstellung zeigten sich zufrieden. Als „überaus erfreulich“ bezeichnete Olaf Ahrens, Geschäftsführer der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT) die Gäste- und Übernachtungszahlen im Ausstellungszeitraum. Die Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich“ hat nach Einschätzung der Tourismus GmbH die touristische Nachfrage in der Ottostadt deutlich erhöht. Die Zahlen allein für den Monat September 2012 liegen um mehr als 15 Prozent über den Zahlen des Vorjahres. „Das wird“, so Ahrens weiter, „nicht ausschließlich auf die Landesausstellung zurückzuführen sein, aber doch zu einem Teil“. Überdurchschnittlich gut sei auch die Nachfrage nach Reisearrangements und öffentlichen Stadtrundfahrten in diesem Jahr und im Ausstellungszeitraum gewesen. Ahrens bezeichnete die diesjährige Landesausstellung – wie auch die vorhergehenden großen Ausstellungen im Kulturhistorischen Museum Magdeburg – als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für den Tourismus. Für das Gesamtjahr 2012 gehen die Magdeburger Touristiker auf der Grundlage der bisherigen Zahlen von einem deutlichen Plus gegenüber dem Tourismusjahr 2011 aus.
Nach Auskunft der Deutschen Bahn konnten insgesamt 471 Buchungen des Kultur-Ticket-Spezial verzeichnet werden, davon die meisten im November. An „Otto-Boxen“ – einem speziell zur Ausstellung aufgelegten Reisearrangement für zwei Personen, wahlweise mit Übernachtung, das in Kooperation mit dem Kulturhistorischen Museum, der Magdeburg Marketing und Kongress GmbH (MMKT) und der Art Cities Services GmbH entwickelt wurde – sind insgesamt 411 Sets verkauft worden. Damit konnten über dieses touristische Angebot mehr als 800 Gäste zu einem Besuch in der Ausstellung und der Ottostadt gewonnen werden.

Auch die Veranstalter der zahlreichen Ausstellungen und Begleitveranstaltungen in den Korrespondenzorten der Landesausstellung, die in besonderer Beziehung zum Leben und zur Herrschaft Ottos des Großen standen, zeigten sich zufrieden. Neben Magdeburg hatten sich die Kaiserorte Gernrode, Halberstadt, Quedlinburg, Memleben, Merseburg, Tilleda und Wallhausen unter dem Titel „Auf den Spuren Ottos des Großen. Kaiserorte in Sachsen-Anhalt“ zusammengeschlossen. Eine in allen Orten durchgeführte Besucherbefragung ergab, dass die Besucher im Durchschnitt drei bis vier der Korrespondenzorte besuchten. Mehr als ein Drittel der Befragten hatten auch die Landesausstellung besucht. Auch in den Korrespondenzorten kam die Mehrheit der Besucher nicht aus Sachsen-Anhalt selbst, sondern reiste zum Teil von weither an. Die Korrespondenzorte konnten ihre Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr beträchtlich steigern. Mehr als 3.000 Besucher kamen erstmals nach Wallhausen, dem mutmaßlichen Geburtsort Ottos des Großen anlässlich seines 1100. Geburtstages. Die Ausstellung „Wallhausen – Geburtsort Ottos des Großen“ wird aufgrund ihres Erfolges im nächsten Jahr nach Ostern wieder eröffnet, kündigte der künstlerische Leiter, Meinrat Betschart, für Schloss Wallhausen an.

10. 12. 2012

Oberbürgermeister Lutz Trümper begrüßt 100.000. Besucher

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper ließ es sich nicht nehmen, die 100.000. Besucherin der Otto-Schau am vergangenen Donnerstag zusammen mit dem kommissarischen Leiter der Magdeburger Museen Uwe Korb und der Projektleiterin und Kuratorin der Landesausstellung Dr. Gabriele Köster zu begrüßen. Miriam Stern (34) aus Berlin war sichtlich überrascht, als sie mit Blumen, einem Gratisticket, dem Ausstellungskatalog und weiteren Präsenten vor kaiserlicher Kulisse vom Oberbürgermeister persönlich in Empfang genommen wurde. Frau Stern besuchte gemeinsam mit einer Freundin, die Archäologin ist, die Otto-Ausstellung. Beide planten im Anschluss an den Ausstellungsbesuch noch einen gemütlichen Stadtbummel in Magdeburg.

5. 12. 2012

Otto geht in die Schlussrunde

Am Samstag, 8.12.2012, einen Tag vor Ausstellungsende, bietet das Kulturhistorische Museum Magdeburg ein letztes Mal eine Sonderöffnung zu „Otto der Große und das Römische Reich“ an. Besucherinnen und Besucher haben an diesem Tag von 10.00 bis 24.00 Uhr die Möglichkeit zum Ausstellungsrundgang. Hierzu werden stündlich öffentliche Führungen angeboten (kostenpflichtig). Auch eine spezielle Kinderführung steht um 18.00 Uhr auf dem Programm und für die Kleinsten ist die Kinderstube bis 22.00 Uhr geöffnet.

 

Am Sonntag, 9.12.2012, dem letzten Ausstellungstag, sind am Nachmittag zusätzliche Öffentliche Führungen geplant. Zwischen 12.00 Uhr und 16.00 Uhr können die Besucher stündlich an einem geführten Ausstellungsrundgang teilnehmen.